中文 English Français 日本語 한국어 Deutsch

Shanxi – die Provinz der verborgenen Schönheiten

Source: german.cgtn.com Time: 28 10,2025

Pandabären,Shanghai, Beijing. Tiananmen-Platz, die verbotene Stadt und höchstwahrscheinlich auch die chinesische Mauer, von der man behauptet, dass sie das einzige Bauwerk der Welt ist, welches man auch vom Weltraum aus erkennen kann.

Fragt man, mit China nicht ganz so vertrauten Personen, sind die ersten Assoziationen, die man mit dem Land verbindet, fast vorgegeben und irgendwie auch logisch. Bilder von den schwarz-weißen pelzig-tolpatschigen Lieblingen sind in den Mainstream-Medien auch in Europa und in den USA klarer Weise omnipräsent. Wie auch die bombastischen Glitzer-Metropolen mit ihren mehr als 20 Millionen Einwohnern.

Geht man eine Spur tiefer, werden die nächsten Assoziationen im Zusammenhang mit China wohl Shenzhen, Chengdu, Guangzhou, das atemberaubende Wirtschaftswachstum der letzten Jahrzehnte und wahrscheinlich die eAutos sein.

Aber, ganz ehrlich: Kannten Sie Changzhi?

Nein?

Keine Schande. Die bezirksfreie Stadt im Südwesten der Provinz Shanxi mit ihren rund 3,5 Millionen Einwohnern drängte sich in den Jahrzehnten seit Gründung der Volksrepublik China nicht in den Vordergrund. Die offizielle Webseite der Stadt steht nur in chinesischer Sprache zur Verfügung, was generell als Indiz dafür zu bewerten ist, dass man beim Prozess der Internationalisierung noch nicht mit letzter Kraft bestrebt ist, Gäste aus dem nahen und fernen Ausland in die weitläufige Stadt zu locken.

Wiewohl Changzhi sehr viel zu bieten hat, wie sich jüngst eine Gruppe österreichischer Journalisten überzeugen konnte.

Die Acht-Quellen-Schlucht (Baquanxia) gehört zu den zehn schönsten und attraktivsten Schluchten Chinas und entführt die Besucher in eine bizarr anmutende Wunderwelt aus Felsen, Grün und Wasser, die man zu Fuß, mit dem Boot und auch per Seilbahn erkunden kann. Vergleichbares in Europa? Fehlanzeige . . .

 . . . Und trotzdem noch zu toppen:

Im atemberaubenden Landschaftsgebiet der Huangya-Höhle ragen Wasserfälle und Felswände majestätisch auf beiden Seiten des Wanderweges (für fitte, junge und jung gebliebene Menschen) empor und belohnen den Besucher am Ende des Marsches mit einer abenteuerlichen Fahrt im umgebauten Militär-Panzer, um dem Himmel noch näher zu sein. Die reißenden Flüsse, die Wände, die Wälder, die Bäume – sie alle erzählen eine Geschichte. Eine Geschichte über die Geschichte, über Soldaten, Helden und Menschen, denen einst sehr wenig reichte, um glücklich zu sein.

Auch Ausflüge zum Chongqing-Tempel oder zum Guanyin-Kloster sind eine Reise (in die Vergangenheit) wert und zeigen all jenen, die mit China nur Glitzer, Glamour, Wachstum und rasante Entwicklungen verbinden das andere, das unberührte und ebenfalls umwerfend schöne China.

Ein China, das – entgegen dem, was ab und an internationalen Medien zu entnehmen ist – auch darauf achtet, jene Natur und Naturschönheiten zu erhalten, die dem Land und den Menschen geschenkt wurden.

Ein gutes Beispiel dafür: Das Nationale Feuchtgebiet am Zhangze-See, das zu den am besten geschützten Sumpfgebieten in China gehört.

Und, wem all das noch immer nicht ausreicht, sich ein Bild über Changzhi zu machen, der kann noch der Forschungs- und Studienbasis für das Kunsthandwerk der Lihou-Tiger einen Besuch abstatten. Ein traditionelles Kunsthandwerk ist dort zu bewundern mit einer Geschichte von rund 3000 Jahren. Ein Kunsthandwerk, das spätestens seit 2008 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist, wurde der Lihou-Tiger bei den Olympischen Sommerspielen in der chinesischen Hauptstadt Beijing doch als flauschiges Maskottchen bekannt.

Also, auf nach Changzhi – die Reise lohnt sich definitiv.

MARTIN SÖRÖS, FREIER JOURNALIST AUS ÖSTERREICH